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Dresdner Neueste Nachrichten
Mittwoch, 10. Juni 2009
 

 

Großes Ziel: Treffpunkt Waldschänke
Die letzte Ruine soll bald verschwinden

Von Genia Bleier

Ausgerechnet Helleraus ältestes Gebäude, das markante Eingangstor zur Gartenstadt, ist heute die einzige Ruine im Denkmalschutzgebiet. Doch lange soll die einst populäre Ausflugsgaststätte ihr trauriges Dasein nicht mehr fristen. Dafür sorgt der jetzt 49 Mitglieder zählende Förderverein WaIdschänke Hellerau e.V. mit seinen Aktivitäten zum Erwerb der Immobilie und deren geplanter Sanierung.

Um 1890 errichtet, war das Lokal mit viel Platz im. Freien schon Treffpunkt der Dresdner, bevor die KunstweIt Geschmack an Hellerau fand. Hier wurden die Besprechungen zur Gründung der Gartenstadt durchgeführt, und Riemerschmid passte das Haus Am Grünen Zipfel 1910 der· Reformsiedlung an. Die Waldschänke selbst beteiligte sich mit Gesundheitskost am neuen Lebensmodell. Zu ihren prominenten Gästen zählten unter anderem Stephan Zweig und Else Lasker Schüler, Gerhart Hauptmann und Ernst Rowohlt, Oskar Kokoschka und Franz Kafka. Der Prager Schriftstel)er pflegte freundschaftlichen Kontakt zum Verleger Jakob Hegner (Hellerau Verlag). Seine Prager Wohnung hatte Kafka mit Hellerauer Möbeln ausgestattet.

So viel große Vergangenheit sind gute Gründe, der seit Ende der 1980er Jahre leer stehenden Waldschänke endlich zu einer Zukunft zu verhelfen. Das verfallende Gebäude soll nach den Vorstellungen des Fördervereins wieder gastronomischer Anziehungspunkt werden (nach langer unterschiedlicher Verwendung, zuletzt als Wohnhaus), darüber hinaus aber auch ein Zentrum für Kultur und Bildung, für Tagungen und Vereinsarbeit. Das Nutzungskonzept wird gerade erarbeitet. Vor allem könnten Besucher der Gartenstadt künftig in der Waldschänke angemessen einpfangen und mit Informationen versorgt werden. Ein solcher Willkommenspunkt fehlt derzeit völlig. Martin Lindenberg vom Vereinsvorstand ist optimistisch, dass das Projekt gelingt. Allerdings sind noch einige Anstrengungen notwendig, die geforderte Kaufsumme von 60000 Euro zusammenzubekommen. Bis zum 9. September läuft dieses verbindliche Angebot des jetzigen Besitzers für den Verein. Die Hälfte des Kaufpreises konnte bereits eingeworben werden. Das große Abenteuer beginnt danach mit der Sanierung, die geschätzte rund 1,7 Millionen Euro kostet. Als ein erster Schritt sind gegenwärtig ABM-Kräfte dabei, das Gelände zu entrümpeln.

Anlässlich des Hellerau-Jubiläums wird am Sonntag, dem 14. Juni, 16 Uhr auf dem Grundstück der Waldschänke die von den Architekten Rentzsch und Galonska erstellte Entwurfsplanung der Öffentlichkeit präsentiert. Am 20. Juni, ab 18 Uhr lädt der Verein ebenda zur Sommersonnenwende mit Chormusik, Märchenspiel und gastronomischer Versorgung. Der Eintritt ist frei, Spenden sind jederzeit willkommen.

 

 

 

 

Im Rahmen des Kunstprojektes "Portrait nach 100 Jahren" Ist die Ruine der Waldschänke zu einem tönenden Haus geworden

Mit dem Wiederaufbau soll an die Vergangenheit angeknüpft werden. Noch fehlen 30 000 Euro zum Erwerb des Grundstücks.

Fotos: Genia Bleier

   
Clemens Galonska · Architekt · Am Grünen Zipfel 84 · D-01109 Dresden Hellerau
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